Webdesign 28. Mai 2026 · 6 Min. Lesezeit

Restaurant-Website: Warum eine eigene Seite besser ist als nur Lieferando

Lieferando bringt Reichweite – aber zu welchem Preis? Wer als Restaurant langfristig unabhängig bleiben will, braucht eine eigene Webpräsenz.

Ansprechende Restaurant-Website mit Menü und Reservierungsbutton auf einem Laptop

Viele Restaurants in Deutschland setzen auf Lieferando, weil die Plattform schnell Reichweite bringt – ohne eigene Website, ohne technisches Wissen, ohne großen Aufwand. Das klingt verlockend, und für den Anfang ist es tatsächlich ein funktionierender Start. Das Problem beginnt, wenn aus der Ergänzung eine Abhängigkeit wird. Wer als Restaurant ausschließlich auf Lieferando, Wolt oder ähnliche Plattformen setzt, überlässt seine Kundendaten, seine Marge und seine Online-Präsenz einem Drittanbieter. Dieser Artikel erklärt, was eine eigene Website für Restaurants leistet – und warum das keine Entscheidung gegen Lieferando sein muss, sondern eine für mehr Unabhängigkeit.

Was Lieferando wirklich kostet

Die Nutzung von Lieferando ist nicht gratis. Restaurants zahlen je nach Vertrag eine Provision von bis zu 30 Prozent auf jeden über die Plattform abgewickelten Bestellwert. Das bedeutet: Bei einem Bestellwert von 30 Euro können bis zu 9 Euro an Lieferando gehen – noch bevor Warenkosten, Personal oder Verpackung abgezogen werden. Bei hohem Bestellvolumen hat dieser Anteil spürbaren Einfluss auf die Profitabilität.

Hinzu kommt: Die Kunden, die über Lieferando bestellen, sind technisch gesehen Kunden der Plattform, nicht des Restaurants. E-Mail-Adressen werden nicht weitergegeben, eine direkte Kontaktaufnahme ist nicht möglich, und die Sichtbarkeit innerhalb der Plattform hängt zunehmend davon ab, ob man für bezahlte Platzierungen zahlt. Wer auf Lieferando gut platziert sein will, zahlt also nicht nur Provision – sondern unter Umständen auch noch Werbekosten innerhalb der App. Das ist kein Vorwurf an die Plattform, sondern das Geschäftsmodell: Sie verdient an der Abhängigkeit, die sie erzeugt.

Deine Kunden, Deine Daten, Deine Regeln

Eine eigene Website ändert das grundlegend. Wer ein Kontaktformular, eine Online-Reservierung oder ein direktes Bestellsystem auf der eigenen Seite anbietet, baut eine Kundenbasis auf, die ihm gehört. Gäste, die direkt reservieren oder bestellen, können – mit deren Einverständnis – über Newsletter auf Sonderangebote, saisonale Gerichte oder besondere Abende hingewiesen werden. Der Kontakt bleibt erhalten, auch wenn sich Plattformen verändern oder ihre Konditionen anpassen.

Direkte Bestellungen über die eigene Website kommen ohne Plattformprovision aus. Wer mit einem eigenen Bestellsystem arbeitet, zahlt zwar einmalige Einrichtungskosten und möglicherweise eine niedrige Transaktionsgebühr an den Zahlungsanbieter – aber nicht 20 bis 30 Prozent auf jeden Umsatz. Bei einem Restaurant mit regelmäßigem Liefervolumen kann das im Jahr einen fünfstelligen Betrag ausmachen, der stattdessen im Betrieb bleibt.

Direktbuchungen und Stammkunden aufbauen

Ein häufig unterschätzter Aspekt: Reservierungen. Lieferando ist primär auf Lieferservice ausgelegt – für Restaurantbesuche mit Tischreservierung bietet es kaum Mehrwert. Wer eine eigene Website mit Reservierungsfunktion hat, gibt Gästen die Möglichkeit, unkompliziert einen Tisch zu buchen – direkt, ohne Umweg über externe Plattformen. Das schafft eine direktere Beziehung und spart Provisionen.

Stammkunden entstehen durch direkte Erlebnisse, nicht durch Plattformkontakte. Wer seinen Gästen einen einfachen Weg gibt, wiederzukommen – zum Beispiel über eine einfache Newsletter-Anmeldung auf der Website oder eine gezielte Erinnerung vor Feiertagen –, baut langfristig eine treue Kundschaft auf, die unabhängig davon funktioniert, ob Lieferando die Provisionen erhöht oder die Algorithmen ändert. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einem Vertriebskanal und einer eigenen Präsenz.

Nahaufnahme eines Smartphones mit geöffneter Tischreservierungsseite eines Restaurants
Eine einfache Reservierungsfunktion auf der eigenen Website macht Gäste unabhängig von Drittplattformen – und hält den direkten Kundenkontakt aufrecht.

Wie Deine Restaurant-Website für Google-Sichtbarkeit sorgt

Eine eigene Website trägt außerdem zur lokalen Google-Sichtbarkeit bei – und das ist nicht zu unterschätzen. Wer über Google nach einem Restaurant in der Nähe sucht, bekommt Ergebnisse aus Google Maps und organischen Treffern – nicht aus Lieferando. Wer dort erscheinen möchte, braucht eine eigene Webpräsenz mit vollständigem Google Business Profil, klarem Standortbezug und möglichst vielen aktuellen Bewertungen.

Die Website selbst kann dabei Fotos des Interieurs und der Gerichte zeigen, die Speisekarte einbinden und eine Atmosphäre vermitteln, die über das schmucklose Produktlisting auf Lieferando weit hinausgeht. Ein Gast, der das Restaurant beim Googeln entdeckt und die Website besucht, hat schon vor dem ersten Besuch einen guten Eindruck gewonnen – und das kostet kein Anzeigenbudget. Mehr dazu, warum eine eigene Website gegenüber reinen Social-Media-Profilen Vorteile hat, erkläre ich in meinem Artikel Website vs. Instagram. Wie eine Restaurant-Website aussehen kann, die Besucher wirklich überzeugt, zeige ich auf meiner Seite für Webdesign für Restaurants.

Von Webwerk.ai

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Warum Du nicht wählen musst

Die Frage ist nicht „Lieferando oder eigene Website“ – sondern „Lieferando und eigene Website“. Beide ergänzen sich sinnvoll. Lieferando bringt Reichweite und erschließt Kunden, die aktiv auf der Plattform suchen. Die eigene Website baut Unabhängigkeit auf, sichert direkte Buchungen und Stammkundschaft und stärkt die lokale Sichtbarkeit bei Google. Welches Gewicht welcher Kanal haben sollte, hängt vom Restaurant ab: Ein reiner Lieferservice profitiert stärker von Plattformen; ein Restaurant mit Sitzplatzbetrieb legt sein Hauptgewicht eher auf die eigene Präsenz.

Entscheidend ist, dass die eigene Website vorhanden ist – als Fundament, das Dir gehört und auf das Du langfristig aufbauen kannst. Wie ein Handwerksbetrieb ähnlich denken sollte, wenn es um Online-Präsenz geht, beschreibe ich in meinem Artikel über Website für Handwerker – die Logik ist übertragbar: Wer keine eigene Basis hat, mietet auf ewig.

Häufige Fragen zur Restaurant-Website

Braucht ein Restaurant wirklich eine eigene Website?

Ja – vor allem dann, wenn Tischreservierungen wichtig sind, Stammkunden aufgebaut werden sollen oder das Restaurant bei Google lokal gefunden werden will. Lieferando ersetzt keine eigene Website, sondern ergänzt sie.

Kann ich meine Speisekarte auf der eigenen Website einbinden?

Ja, und das ist empfehlenswert. Eine gepflegte Online-Speisekarte verbessert die Nutzererfahrung, hilft bei der lokalen Google-Sichtbarkeit und erspart telefonische Anfragen nach aktuellen Gerächten oder Preisen. Sie lässt sich auch einfach aktuell halten – ohne Druck- und Versandkosten.

Wie teuer ist eine professionelle Restaurant-Website?

Eine gut gemachte Website mit Speisekarte und Reservierungsfunktion kostet typischerweise zwischen 1.000 und 3.000 Euro einmalig. Die laufenden Kosten für Hosting und Pflege liegen deutlich niedriger als die monatlichen Lieferando-Provisionen bei aktivem Liefervolumen.

Kann ich mit einer eigenen Website ganz auf Lieferando verzichten?

Das ist möglich, setzt aber voraus, dass die eigene Website ausreichend Sichtbarkeit und Traffic generiert. Für die meisten Restaurants ist eine schrittweise Verlagerung – mehr direkte Buchungen, weniger Plattformabhängigkeit – sinnvoller als ein abrupter Wechsel.

Fazit: Eigene Präsenz als Fundament

Lieferando ist ein Vertriebskanal – nützlich, aber teuer und mit eingeschränkter Kontrolle. Eine eigene Website ist eine Investition in die Unabhängigkeit: eigene Kundendaten, direkte Reservierungen, Google-Sichtbarkeit und eine Markenpräsenz, die wirklich zum Restaurant passt. Wer beides kombiniert, ist langfristig am besten aufgestellt. Der erste Schritt ist der entscheidende: eine eigene Webpräsenz, die das Restaurant so zeigt, wie es wirklich ist – und Besucher in Gäste verwandelt, bevor sie auch nur einen Fuß durch die Tür gesetzt haben.

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Restaurant-Website, die Reservierungen bringt

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